Dokumente / FAQ

FAQ - Fragen und Antworten

Braucht es eine Geheimhaltungsvereinbarung?

Immer wieder fragen uns Mitglieder nach einem Formular zur Vereinbarung über die Einhaltung des Berufsgeheimnisses, das die Betriebssanitäter unterzeichnen müssten. Wir haben ein solches Formular unter unseren Downloads (als Word und PDF). Es ist jedoch klar zu erwähnen, dass eine Unterschrift nicht mehr und nicht weniger zur Einhaltung des Berufsgeheimnisses verpflichtet, als es das Gesetz ohnehin schon tut. Die relevanten Artikel dazu finden sich in StGB Art. 135 und StGB Art. 321 und im Bundesgesetz über den Datenschutz.

Wie lautet eigentlich die richtige Bezeichnung - Betriebssanitäter, Betriebsnothelfer, Ersthelfer, First Responder......?

Grundsätzlich ist man bei der Bezeichnung frei, da diese Tätigkeit kein geschützter Titel ist und sich auch nicht schützen lässt. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI bestätigte uns dies auf unsere Anfrage hin. Der Bund schützt Titel in der Berufsbildung, sofern diese in den rechtlichen Grundlagen der beruflichen Grundbildung (Bildungsverordnung) oder der höheren Berufsbildung (Prüfungsordnung, Mindestverordnung HF und Rahmenlehrpläne) verankert sind. Die SVBS empfiehlt aber klar den Begriff "Betriebssanitäter" und bemüht sich, diesen Begriff flächendeckend zu etablieren.

Warnwesten, Gilets oder Jacken mit Aufschrift (wie bei den Samariter oder dem RD) wären besonders bei einem Grosseinsatz im eigenen Betrieb von Vorteil. Gibt es irgendwo vorgedruckte Warnbekleidung für Betriebssanitäter zu kaufen?

Das ist auch unserer Meinung nach sinnvoll und ja, es gibt solche Westen, beispielsweise bei der Firma Waseg. Auch der IVR will bald Warnwesten mit First Aid Logo anbieten.

Gibt es rechtliche Grundlagen zum Führen eines Einsatzprotokolls?

Wir empfehlen, ein Protokoll zu führen. Eine Vorlage finden Sie im passwortgeschützten Bereich unserer Homepage. Eine rechtliche Grundlage für die Betriebssanität dafür gibt es jedoch nicht. Einzig, dass im Art. 36 ArGV erwähnt ist, dass keine Patientendaten systematisch erfasst werden dürfen, was wiederum nicht für das Protokollieren spricht.
Es ist jedoch wichtig, dass Betriebssanitäter A weiss, wie oft Patient X von Betriebssanitäter B bereits einen Blutdruck gemessen bekam und wie der Wert aussah oder dass Patient Y bereits mehrere Male im selben Monat Kopfschmerztabletten bezogen hat. Nur wenn dies protokolliert wird kann eine gute Qualität in der Betriebssanität gewährleistet werden, d.h. dass der Patient rechtzeitig zum Arzt geschickt wird, beispielsweise bei einer Hypertonie oder bei chronischen Kopfschmerzen (allenfalls wären die Kopfschmerzen ja dann sogar medikamenteninduzierter).
Das Protokollieren gehört unserer Meinung nach zu den Pflichten einer qualitativ guten Betriebssanität, auch wenn es dazu keine rechtliche Grundlage für Betriebssanitäter gibt.

Die Wegleitung zum Artikel 36 des Arbeitsgesetzes (Erste Hilfe) bereitet uns Kopfzerbrechen. Wir wissen nicht, wie wir gewisse Punkte umsetzen sollen und die Wegleitung hilft uns nicht weiter.

Die SVBS engagiert sich derzeit stark für mehr Klarheit und greifbare Hilfestellungen in der nächsten Version dieser Wegleitung. Wir sind dazu mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in aktivem Austausch und versuchen, die Bedürfnisse der Betriebssanitäterinnen und Betriebssanitäter einzubringen. Über die Resultate dieses Austausches werden wir Sie informieren!

Welchen Stellenwert und welche rechtliche Bedeutung haben die Wegleitungen zum ArG Art. 36 (Erste Hilfe) des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ?

Das Seco sagt auf Anfrage: Die Wegleitung hat Weisungscharakter und wird durch die Gerichte als rechtliche Grundlage beigezogen.

In den Wegleitungen wird von einer "telefonischen Auskunftsstelle" gesprochen. Was versteht man darunter?

Wir haben beim Seco nachgefragt. Es sagt: 144 ist keine Auskunftstelle. Idealerweise ist diese Auskunftstelle ein Arzt, der den Betrieb und dessen Gefahren kennt und im Notfall über Telefon Auskunft geben kann, was gemacht werden soll.

Der IVR sagt: Laut Artikel muss eine Verbindung sicher gestellt werden. Es macht Sinn, die Notrufnummer 144 nicht zu missbrauchen, um ev. Sparmassnahmen gerecht werden zu können. Es können auch med. Auskünfte bei einem Betriebsarzt eingeholt oder eine Delegation an ein Callcenter weitergegeben werden. Es geht hier primär um den Schutz des Betriebssanitäters, damit er einerseits Argumente für den Aufbau einer Betriebssanität zur Verfügung gestellt erhält und anderseits bei Unklarheiten jederzeit auf Support zurück greifen kann.

Welche medizinischen Daten dürfen Betriebssanitäter aufnehmen und welche nicht?

Das Seco sagt: Alle medizinischen Daten sind besonders schützenswert. Dazu gibt das es eine Informationsseite: https://www.edoeb.admin.ch/datenschutz/00768/00808/00831/index.html?lang=de. Gemäss Auskunft der eidgenössischen Datenschutzexperten ist die in der Wegleitung formulierte Datenschutz-Regelung rechtlich verbindlich. Bsp. das systematische Erheben von Allergien in der Belegschaft ist nicht zulässig! Freiwillige Patientenangaben sind davon ausgenommen.

Der IVR sagt: Wichtig ist der Satz der Verletzung des Persönlichkeitsschutzes. Hier möchte vermieden werden, dass diese Angaben z. B. an die Vorgesetzten im Unternehmen weitergegeben werden, welche sich negativ auf das Arbeitsverhältnis auswirken könnte. Darum ist bei der Ausbildung wichtig zu erwähnen, dass diese Erhebungen innerhalb der Rettungskette weitergegeben werden und nicht für das Personaldossier in einem Unternehmen gebraucht werden.

Wie ist mit NO CPR Stempeln umzugehen?

Zu dieser Frage gibt es ein Statement des IVR: http://www.ivr-ias.ch/news_de.php?read_article=183

Welche Kursanbieter empfehlen Sie?

Wählen Sie für Reanimationskurse einen Kursanbieter mit dem gültigen SRC-Gütesiegel 2015 des Schweizerischen Rates für Reanimation. Eine Liste finden Sie hier. Für Betriebssanitäter Aus- und Weiterbildungen wählen Sie einen Kursanbieter mit dem First Aid Gütesiegel des Interverbandes für Rettungswesen IVR. Eine Liste folgt in Kürze.

Wir haben Probleme mit Kursanbietern. Was tun?

Wir sind froh um den Hinweis und gehen dem gerne nach. Melden Sie sich bei uns!

Gibt es eine gesetzliche Grundlage rund um Defibrillatoren im Betrieb?

Nein, eine gesetzliche Grundlage gibt es nicht. Aber es gibt Empfehlungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat auch mit Hilfe der SVBS eine "Wegleitung zur Verordnung 3 zum Arbeitsgesetzt - Artikel 36 Erste Hilfe" erstellt. Sie können diese hier unter "Dokumente" herunterladen. In der Praxis sagt man, dass es ab 100 Mitarbeitenden Sinn macht, sich einen Defibrillator anzuschaffen. Die Defi-Anbieter sprechen von 50 Mitarbeitenden.

Wie soll man Medikamente im Betrieb handhaben?

Gemäss HMG ist die Abgabe von Medikamenten durch Nicht-Ärzte verboten. Alternativ kann mit einem Arzt eine Vereinbarung getroffen werden, eventuell auch gekoppelt mit einer Schulung. Ein Beispiel für die Medikamentenliste finden Sie im Downlad-Bereich für Mitglieder (geschützter Bereich).

Welches Hautdesinfektionsmittel soll verwendet werden?

Falls Sie bei der SUVA versichert sind, erhalten Sie von Ihrem Versicherer kostengünstig AKLA-Wundreinigungstücher (Bestell-Nr. 7379). Sie können sich mittels ihrer Versicherungsnummer unter diesem Link einloggen. Falls Sie nicht bei der SUVA versichert sind, empfehlen wir Ihnen Merfen-Desinfektionsspray (farblos).
Grundsätzlich ist es so, dass Nichtmedizinisches Personal wie Ersthelfer und Betriebssanitäter gemäss Heilmittelgesetz keine Medikamente abgeben dürfen. Die AKLA-Wundreinigungstücher der SUVA fallen nicht unter dieses Gesetz, da sie keine Medikamentenvignette haben und daher nicht dem Heilmittelgesetz unterstehen. Für den Merfen-Desinfektionsspray gibt es eine Ausnahmeregelung.

Stimmt es, dass mit den Wundreinigungstüchern Verschmutzungen in die Wunde hineingedrückt werden?

Bei oberflächlichen Wunden besteht diese Gefahr nicht. Die aktuellen Hygienerichtlinien empfehlen eine Wischdesinfektion, wie sie mit Wundreinigungstüchern am einfachsten gemacht werden kann. Tiefere Wunden, welche genäht werden müssen, sollen nicht desinfiziert, sondern nur steril verbunden und dem Arzt vorgestellt werden. Wegen der Gefahr einer Wundinfektion sollen tiefere Wunden auch nicht selber (z.B. mit SteriStrip®) verschlossen werden, da tiefe Wunden mit einer Knopfsonde gespült werden müssen.

Was sind eigentlich Medikamente? Gehören dazu auch Salben und Hydrogels?

Zum Teil gehören sogar Tee, welcher im Lebensmittelgeschäft frei gekauft werden kann, oder sogar einige Ricola-Täfeli dazu. Es handelt sich um ein Medikament, sobald die Verpackung mit einer Medikamentenvignette versehen ist.

Zurzeit wird in unserer Firma ein grösserer Neubau verwirklicht. Wo sollten am besten die Sanitätskästen angebracht werden und auf was muss geachtet werden?
Wir empfehlen, die Erste-Hilfe-Kästen an „prominenten“ Orten aufzuhängen, z.B. beim Lift oder Zugang zum Treppenhaus, bei der Rezeption. Ideal ist, wenn auf jedem Stockwerk ein Erste-Hilfe-Kasten zur Verfügung steht.
Haben Sie ein Sanitätszimmer geplant und ist dieses nur für die Betriebssanitäter zugänglich, wäre es gut, vor dem Sanitätszimmer einen Erste-Hilfe-Kasten sowie die Telefonnummer der Betriebssanität aufzuhängen.
Sind Sie bei der SUVA versichert? In unserem Download-Bereich für Mitglieder (geschützter Bereich) finden Sie Vorlagen, wie wir die Erste-Hilfe-Kästen im Betrieb empfehlen:
- SUVA-Apotheke gross für Betriebe <20 Mitarbeiter (zu dieser Apotheke ist auch eine Wandhalterung verfügbar, welche die SUVA kostenlos liefert). Dieses Modell wäre ev. für Sie ideal für jedes Stockwerk und für die Reception.
- SUVA-Koffer gross für Betriebe >20 Mitarbeiter (leider gibt es dazu keine Wandhalterung)
Wichtig ist, dass das Erste-Hilfe-Material der Ausbildung der Personen, welche dieses im Notfall einsetzen, angepasst ist. Es macht also zum Beispiel keinen Sinn, ein Blutdruckmessgerät zu haben, falls niemand ausgebildet ist, den Blutdruck korrekt zu messen und den Messwert zu interpretieren.

Wir sind ein Internationaler Betrieb, welcher auch im Ausland in verschiedenen Ländern tätig ist. Sind die SRC- und IVR-anerkannten Ausbildungen international anerkannt?

Der IVR sagt, dass eine Äquivalenzbescheinigung nötig ist. In der Regel sind die Ausbildungen in der Schweiz höher gestellt als die Ausbildungen im Ausland (z.B. dauert der Nothelferkurs in Deutschland und Österreich nur 8 Stunden, in der Schweiz dauert er 10 Stunden). Eine NQR-Berufsbildungseinstufung durch den IVR ist geplant für Betriebssanitäter-Ausbildungen.

Wie soll die Bezeichnung auf den Einsatzkleidern für Einsatzkräfte an Veranstaltungen sein? (Die Ersthelfer sind SRC-Instruktoren und First Responder Stufe 3)

Es gibt keine klare Regelung, am ehesten wäre wohl First Responder die richtige Bezeichnung.

Darf ein Betriebssanitäter, welcher in der Schweiz die Ausbildung gemacht hat, im Ausland an Veranstaltungen tätig sein?

Rechtlich gesehen nur in beratender Funktion (gem. Aussage VRS).

Kontakt

Geschäftsadresse
Stefan Kühnis
Herracherweg 80
8610 Uster
Telefon: +41 76 576 19 20
E-Mail: info@svbs-asse.ch

SVBS-Konto
Postkonto 80-2-2
IBAN CH47 0023 5235 2097 6240 L

Beitrittserklärung

Veranstaltungen

  • 18. November 2017: Zentraltagung 2017 in Olten

  • 10. März 2018: First Responder Symposium 2018 in Nottwil

  • 6. April 2018: Mitgliederversammlung 2018 in Neuhausen am Rheinfall

Zugang Mitglieder

Adressmutation hier

Zugang Schulen

Flyer-Bestellung hier

Zugang Vorstand

Geschützter Bereich hier

Impressum